Projekte

Hier wollen wir Sie über unseren aktuellen Projekte informieren. Aktuell arbeiten wir an folgenden Themen in unserer Forschungs – und Entwicklungsabteilung:

  • Naturkosmetik
  • Vertikaler Landbau / Urban Gardening

Hier werden wir bald berichten.

Kooperationsprojekte

Waschmaschinensanierer

Gemeinsam mit AFZ aus Paderborn bieten wir aktuell einen europaweit einzigartigen Waschmaschinensanierer an.

Hygienetipps und ein neuer Waschmaschinen-Sanierer

Ursprünglich hatte ein findiges Unternehmen aus Paderborn 2013 vor, einen Reiniger für Bierleitungen zu entwickeln. „Doch in Gesprächen mit unseren Händlern haben wir festgestellt, dass der Bedarf bei Waschmaschinen viel höher ist“, so Patricia Röber, Leitung QM und Entwicklung bei der AFZ GmbH. „Es gibt zwar bereits Reiniger für Waschmaschinen, doch die zielen vorrangig nur auf die Entkalkung ab.“

Dass die Lage durchaus kritisch zu sehen ist, hat Patricia Röber durch eine Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) Schweiz erfahren. Hier wurden 2010 Biofilme von elf Haushaltswaschmaschinen aus Asien, den USA und Europa untersucht, die länger in Gebrauch waren. 70 verschiedene Keime wurden in den Biofilmen isoliert – davon gehörten rund ein Drittel zur Risikogruppe 2. Diese Keime bilden ein potenzielles Gesundheitsrisiko für Menschen, heißt es von den Studienleitern Daniel Fäh und Caroline Amberg. Unter ihnen fanden sich Pseudomonas aeruginosa, Burkholderia cepacia, Trichosporn sp. oder Serratia marcescens. „Wie heißen denn Ihre Haustiere, die sich hier großgezogen haben?“ fragt Patricia Röber dann gerne provokant und spielt damit auf die so genannten Persister in Einrichtungen an. Persister sind antibiotikaresitente Bakterien, die in Biofilmen ihr Rückzugsgebiet haben.

Bild: Keimverschleppung                                          Bild: Kreuzkontamination

 

 

 

 

 

Wir waschen immer kälter mit immer weniger Bleiche

Die Vermutung der Empa-Forscher: Da die Verwendung bleichehaltiger Waschmittel abgenommen hat und gleichzeitig auch der Wasserverbrauch sowie die durchschnittliche Waschtemperatur in den letzten Jahren gesunken sind, wirkt sich dies auch auf die Hygiene in der Maschine und an den gereinigten Textilien aus. Diese Trends führen mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer schlechteren Keimentfernung im Waschprozess, heißt es.

„Wenn also eine Waschmaschine versifft ist, wenn ich das mal so platt sagen darf“, so Röber, „dann finden dort auch immer wieder Kreuzkontaminationen beispielsweise mit Wischbezügen und Tüchern aus dem Sanitärbereich statt, und am Ende landen die Fäkalkeime irgendwann auch auf dem Schreibtisch.“

Deshalb sollte beim Anblick und der Reinigung der Waschmaschine nicht nur an die blitzblanke Trommel, sondern auch an das gedacht werden, was sich hinter der Waschmaschine befindet, also zum Beispiel die Sumpfpumpe oder die Abführschläuche. Da heute kaum noch jemand in der Lage ist, die Maschinen auseinanderzubauen, sieht es auf den ersten Blick so aus, als sei mit der Maschine alles in Ordnung. „Doch der Niederlassungsleiter des Gebäudedienstleisters Hectas in Balingen, Marc Schober, hat mal den Waschmaschinensanierer eingesetzt und eine Maschine für uns auseinandergebaut. Er hatte regelrecht Brocken von mineralischen Ablagerungen in der Hand, die vom Heizstab fielen.“

 

 

 

 

 

 

Problem Citratstein

Im Gegensatz zu den auf dem Markt bereits erhältlichen Waschmaschinenreinigern geht das im Juli 2015 vorgestellte Produkt „Waschmaschinen Sanierer“ weiter. Es entfernt Kalk, Schmutz, Ablagerungen, Biofilme, es ist eine zusätzliche Abflussreinigung und bietet Schutz vor Citratstein auf Heizstäben. Ein Liter des Reinigers wird direkt in die Trommel eingefüllt und dann das 60-Grad-Programm gestartet. Hierdurch werde eine rückstandsfreie Innenreinigung der Waschmaschine gewährt, betont das Unternehmen.

Zusätzlich sind Kriechtenside in dem Reiniger, die in der Lage sind, große Teile der Biofilme in Pumpen, Flansch und Abfluss-Schläuchen zu beseitigen. Nur wenn Ablagerungen und Biofilme zwischendrin abgebaut werden, kann der Waschvorgang zum gewünschten Ergebnis führen. Sind Pumpen oder Schläuche mit schmutz- und fetthaltigen Ablagerungen zugesetzt, funktioniert auch das Abpumpen der Schmutzwasserflotte im Hauptwaschgang nicht optimal.

Der beigesetzte Stoff Aluminiumcitratoaluminat verhindert die Bildung von schwerlöslichem Calciumcitrat und passiert die Metalloberfläche. Gleichzeitig denaturiert Dicitratoaluminat Biopolymere (wie etwa die Hüllen von Mikroorganismen). Außerdem beseitige er mineralorganische Ablagerungen, so genannte Matrix-Verbindungen und Citratstein. Einige Hauswirtschaftsleitungen probierten das Produkt im Sommer schon aus und waren der Ansicht, dass die Maschine jetzt besser waschen würde, berichtet Röber.

Hygienespüler?

Von Hygienespülern hält Patricia Röber hingegen wenig, denn man könne diese mit der Schüttmethode nicht optimal dosieren und die Produkte ersetzen keine desinfizierenden Waschmittel – der gewünschte Zusatzfaktor für Hygiene ist also nicht gegeben. Im Gegenteil: Es kann zu Reizungen, Hautrötungen oder Allergien auf der Haut kommen. Denn werden die Hygienespüler – wie der Weichspüler – in den letzten Spülgang gegeben, verbleiben Produktreste in den Textilien, wie die Hamburger Verbraucherzentrale herausgefunden hat.

Hintergrund: „In Hygienespülern befinden sich ja Biozide, die dann als Rückstände in der Leibwäsche natürlich auch auf der menschlichen Haut wirken können“, erläutert Sabine Rose Mück vom Unternehmen HyCo Mück, Cuxhaven. „Auch das Umweltbundesamt oder das Robert Koch-Institut raten daher von dem Einsatz ab.“

Ihr Tipp: statt des Hygienespülers ist es besser, bei mindestens 40 Grad zu waschen (außer sehr empfindliche Wäschestücke), „davon haben Sie mehr als vom Hygienespüler!“ Denn in der Regel werden die Temperaturen in der Maschine nicht voll erreicht und die Textilien halten dies durchaus aus. Auch wenn Oberbekleidung heute oft nur leicht verschmutzt ist, sind die Vorgänge in einer Waschmaschine immer noch darauf ausgelegt, dass ein Zusammenspiel bestimmter Inhaltsstoffe des Waschmittels und der Faktor Temperatur wirken können.

Veröffentlicht von Robert Baumann in rhw praxis

Link zur Empa-Studie zur Hygiene von Waschmaschinen:
https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/empa-testmaterials-geht-waschprozessen-auf-den-grund/
Untersuchung zu Hygienespülern: www.vzhh.de (Verbraucherzentrale Hamburg)